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Smart City Bonn

19.03.19 09:50 - Geschrieben von: Smart City Atlas by Bitkom


In Bonn wird der Themenbereich Smart City in den Workstreams Digitale Verwaltung und Digitale Stadt vorangetrieben. Hier im City Content zu Bonn finden Sie sämtliche Informationen zum Engagement der Stadt Bonn im Smart City Bereich.

Smart City Bonn

Organisationsstruktur

Allen voran begleitet der Chief Digital Officer (CDO) die Stadt auf dem Weg der digitalen Transformation, moderiert den Prozess und coacht die relevanten Beteiligten. Formell berichtet der CDO dem Oberbürgermeister und dem Stadtdirektor, der in Bonn auch den Bereich der Verwaltungs-IT verantwortet. Der Workstream Digitale Stadt wird maßgeblich vom Amt für Wirtschaftsförderung betreut. Der Workstream Digitale Verwaltung hingegen wird vom Personal- und Organisationsamt verantwortet, in dem auch die städtische IT angesiedelt ist. Hier ist zudem die Geschäftsstelle des CDO verortet. Gemeinsam verfolgen diese das Gesamtbild einer digitalen Stadt, was neben Verwaltungsaspekten auch die städtischen Betriebe und die Vernetzung mit der Wirtschaft und Wissenschaft mit einschließt. Darüber hinaus haben alle Verwaltungseinheiten der Stadt Bonn querschnittliche Bezüge zur Digitalisierung, vor allem an den Schnittstellen zu den Bürgern.

Meilensteine

Digitalisierung war schon geraume Zeit im Bewusstsein der Stadtverwaltung Bonn verankert, wurde dann aber verstärkt vom aktuellen Oberbürgermeister mit dessen Amtsantritt forciert. So wurden im Jahr 2016 im Rahmen der Initiative »Digitales Bonn« insgesamt 340 Projektvorschläge zur kommunalen Digitalisierung erarbeitet. Teile davon befinden sich als Pilotprojekte aktuell in der Umsetzung. Im Januar 2018 wurde z.B. die neu geschaffene Stelle des CDO besetzt. Die Verabschiedung des digitalen Masterplans der Bundesstadt Bonn ist Anfang 2019 erfolgt. 

Motivation & Zielsetzung

Eine grundlegende Motivation der Stadt für eine Digitale Agenda besteht in der Optimierung von Verwaltungsvorgängen. So sind z.B. Genehmigungsprozesse aus Bürger- und Unternehmenssicht zu langwierig, weshalb relevante Dienstleistungen der Stadt zunehmend online angeboten und Verwaltungsprozesse end-to-end digitalisiert werden sollen. Die Kernziele, die die Stadt mit ihrer digitalen Agenda verfolgt, beziehen sich sowohl auf die Bürger als auch auf den Wirtschaftsstandort. Einerseits sollen Lebensqualität und Nachhaltigkeit verbessert sowie die Bereiche Kultur und Bildung gestärkt werden. Andererseits soll auch die wirtschaftliche Attraktivität der Stadt gesteigert, Unternehmen beim digitalen Wandel begleitet, die (digitale) Unternehmensgründungskultur gefördert und Bonn als IT- und Cyber-Security-Standort ausgebaut werden. Insgesamt gilt es hierfür, Strukturen zu schaffen, die die Weiterentwicklung der digitalen Transformation erlauben. Dazu zählt u.a., ein Verständnis für diesen Wandlungsprozess herzustellen und Verwaltung, Bürger, Wissenschaft und Wirtschaft miteinander digital zu vernetzen. 

Stakeholder & Beteiligung

Zu den zentralen Stakeholdern in der digitalen Agenda der Bundesstadt Bonn gehören neben der Stadtverwaltung selbst die Bürger, die städtischen Unternehmen, der Wissenschaftsbereich mit der Universität, den Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie die lokale Wirtschaft mitsamt ihren Verbänden. Bereits in der Vergangenheit hat Bonn Erfahrungen mit der Beteiligung der Stakeholder gesammelt. So wurde im Rahmen der Initiative »Digitales Bonn« bei Thementreffen von Verwaltung, Unternehmen und Hochschulen eine Vielzahl von Vorschlägen entwickelt und eingebracht. Zusätzlich zu den analogen Beteiligungsverfahren wie Abstimmungsrunden und Workshops, die aktuell vom CDO und der Verwaltung angeboten werden, sollen Communityangebote und das digitale Bürgerengagement im Jahr 2019 verstärkt zum Thema werden. 

Chancen & Herausforderungen  

Die Verantwortlichen der Bundesstadt Bonn betonen, dass Wandel immer auch mit Herausforderungen verbunden ist. So besteht eine zentrale Chance der Digitalisierung beispielsweise in der oben erwähnten Beteiligung der Stakeholder, insbesondere der Bürger. Allerdings können solche Prozesse bei unzureichendem Beteiligungsmanagement auch zu Problemen führen, etwa in Form von Gegenbewegungen bei notwendigen Großprojekten. In diesem Fall besteht wiederum eine Chance in der effizienten Nutzung neuer Kommunikationstools seitens der Stadt. Die Transformation der Verwaltung ist zudem ein Kulturwandel vom funktionalen »Silo-Denken« hin zu vernetzten Prozessen mit klaren Verantwortlichkeiten und interdisziplinären Projektteams. Weitere Herausforderungen im Bereich Digitalisierung und Smart City sieht die Stadt Bonn in den Themen Datenschutz und Datensicherheit.

Kommunikation & Netzwerke

Bei Netzwerken im Bereich Digitalisierung und Smart City verweist die Stadt zunächst auf die verwaltungsinterne Vernetzung, die das Ziel flacher Hierarchien verfolgt. Des Weiteren findet ein intensiver Austausch der Stadt mit dem Digital Hub Region Bonn, dem Cyber Security Cluster und innerhalb der Netzwerke der Wirtschaftsförderung statt. Überregional ist die Bundesstadt Bonn in den digitalisierungsbezogenen Arbeitskreisen des Landes NordrheinWestfalen (besonderes Open Data und Open Government) und des Deutschen Städtetages aktiv und pflegt international den Austausch mit Partnerstädten.

Bei der Außenkommunikation der Digitalisierungsaktivitäten setzt Bonn auf klassische Pressearbeit, Interviews, Messen und Konferenzauftritte wie auch auf Social-Media-Kanäle wie Facebook, Twitter und Instagram. Darüber hinaus steht die Webseite der Stadt kurz vor einem Relaunch, der Funktionalitätserweiterungen mit sich bringen wird.

Wettbewerbe & Förderprogramme

Gefördert wird die Stadt vom Bund aktuell bei der Breitbandanbindung von Schulen. Außerdem ist Bonn »Lead City« und somit eine von fünf Modellstädten für Luftreinhaltung. In diesem Zusammenhang wird Bonn vom BMU und BMVI bei Maßnahmen wie Angebotsverbesserungen im ÖPNV und der Entwicklung von Konzepten zum betrieblichen Mobilitätsmanagement unterstützt. Außerdem werden in Bonn über Strukturförderungsprogramme IT-Projekte gefördert. Die Stadt selbst beteiligt sich darüber hinaus an der Durchführung lokaler Wettbewerbe wie z.B. Hackathons. Der Breitbandausbau wird ebenfalls mit Bundes- und Landesmitteln gefördert. 

Projektbeispiele: 

  • Online-Bürgerservice (Verwaltung):
    Im Bereich Bürgerservice zielt Bonn auf den Ausbau bestehender und die Entwicklung neuer Online-Dienste für Bürger und Unternehmen. Aktuell liegt der Fokus dabei auf der Optimierung von Informationszugängen, der Nutzbarkeit des Online-Angebots mit mobilen Endgeräten sowie der Verbesserung organisatorischer Abläufe. Zukünftig sollen Dienste wie digitale Authentifizierungsverfahren und E-Payment in einer standardisierten Portallösung zur Verfügung gestellt werden. 

  • Handyparken (Mobilität):
    Durch die Bereitstellung einer Plattform wird in Bonn das Suchen, Bezahlen und zeitgenaue Nutzen von Parkplätzen über eine Vielzahl von Apps ermöglicht. Hierbei kooperiert die Stadt mit entsprechenden Anbietern und erprobt Lösungen u.a. gemeinsam mit den Stadtwerken. Eines der Projekte ist »Park and Joy«, das neben dem Bezahlen auch Suche und Navigation anbietet. Neben der Anzeige freier öffentlicher und privater Stellflächen und der bargeldlosen Zahlung besteht ein Komfortgewinn darin, dass mit den Apps Parkzeiten flexibel verkürzt oder verlängert werden können.

  • Cyber Security Cluster (Sicherheit):
    Die Zielsetzung des Cyber Security Clusters besteht darin, die Region Bonn/Rhein-Sieg zu einem der international führenden Standtorte in Europa im Bereich IT-Security zu entwickeln. Zu diesem Zweck werden die relevanten Aktivitäten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und andere öffentlichen Institutionen im Cluster gebündelt.



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Image Sources:
iStock-Fotografie-ID:998464110, Credit Mario Guti; Stock-Fotografie-ID:614045426, Credit olaaf

Smart City Atlas by Bitkom

Geschrieben von: Smart City Atlas by Bitkom

Die hier dargestellten Inhalte stammen aus der Studie "Smart City Atlas - Die kommunale digitale Transformation in Deutschland". Die Studie wurde in Kooperation zwischen Bitkom und dem Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE) sowie den folgenden 13 Partnern erstellt: bee smart city GmbH, Capgemini Deutschland GmbH, Dell EMC (Dell GmbH), Deutsche Telekom AG, Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Esri Deutschland GmbH, FIWARE Foundation e.V., Fujitsu Technology Solutions GmbH, Hewlett-Packard Enterprise, MasterCard Europe SA, PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Robert Bosch GmbH, Stadtwerke München GmbH.

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